Kieler Nachrichten vom 10.6.2013

Pferde zeigten sich „oben ohne“ - Reitschülerinnen verzichten auf Sattel

 

Westensee. Wenn „oben ohne“ geritten wird, dann füllt das in Westensee eine ganze Reithalle.Gut 350 Besucher kamen am Sonnabend in die Reitanlage Westensee, um beim 2. Fluidum Showabend eine dreistündige Melange aus Livekonzert und Reitkunst zu erleben, die Imke Eisenschmidt mit ihren 16 Schülerinnen der Reitschule Fluidum präsentierte.

 

Und es waren nicht die Reiterinnen, die ihre Hüllen fallen ließen, sondern die Pferde. Während Lene Krämer begleitet von Stefan Scheja am Piano und Dietmar Bartussek am Saxofon „Saddle and bridle away“ sang, wurden die Pferde während des Reitens von ihren Sätteln und Trensen befreit. Die Ausrüstung braucht man nicht, ohne Sattel ist der Kontakt viel direkter“, erklärt die Reitlehrerin ihre Philosophie, die für Jung und Alt gilt. „Ich bin noch nie mit einem Sattel geritten“, erzählte Mathilda, die seit zwei Jahren dabei ist. Die siebenjährige Kielerin war die jüngste Reiterin, die mit dem ältesten Pony Shitan ohne Sattel und Zügel in die Halle ritt und zwischen laut trommelnden Musikern ihre Kür zeigte.

 

„ Wer ohne Sattel reitet hat einen besseren Sitz und braucht Vertrauen zu seinem Pferd“, so Eisenschmidt. Das brauche Zeit. „Bis man sich traut zu galoppieren, dauert es halt.“ Dass Pferd und Reiter eine ganz besondere Beziehung haben, bewies die Truppe eindrucksvoll beim „Dschungelfieber“. Als Affe, Löwe, Elefant, Panther oder Tiger verkleidet zeigten die Reiterinnen ihr Können.

 

Dem Traum einer Schlittenfahrt im Sommer jagten auch die Clowns Dido und Böhnchen nach und strapazierten dabei die Lachmuskeln der Besucher.                        (Sven Janssen)

 



Das Sommercamp - Und so war es 2013

Das Sommercamp der Reit- und Pferdeschule Fluidum eine Oase der Erfahrung mit der engen Verbundenheit zum eigenen Pferd.

 

Bei schönstem Wetter, in idyllischer Atmosphäre, wurde in diesem Sommer auf der privaten Reitanlage des Ehepaares Schäffer in Brux bei Westensee das jährlich stattfindende Sommercamp durchgeführt. Zehn Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer mit ihren sehr unterschiedlichen Pferden fanden sich für eine Woche im liebevoll gestalteten Garten ein, der direkt am großzügigen Reitplatz, das Gefühl von zu Hause sein, vermittelte. Ein Swimmingpool sorgte bei den sommerlichen Temperaturen für eine willkommene Erfrischung und das Ambiente bekam bei Eis und frischen Früchten jeden Tag von den TeilnehmerInnen Schlaraffenlandnoten. Vielen Dank an Marion und Roland Schäffer, die ihre so gepflegte Anlage für diese Woche zur Verfügung stellten und sich sehr engagiert um das Wohl von Reiter und Pferd kümmerten.

Im Unterricht waren das Trainergespann Imke Eisenschmidt und Dieter Riepshoff auf unterschiedlichen Ebenen gefordert. Sehr einfühlsam und unermüdlich stellten sich beide auf jedes Pferd und jede Reiterin und den Reiter ein und entwickelten unterschiedliche, individuelle Aufgaben für jedes Pferd-Reiter-Paar.

Imke begann mit einer intensiven und sehr lehrreichen Einführung mit einer Stute, die sie gerade in Ausbildung hatte. Sie zeigte die einzelnen Schritte , die ein Pferd benötigt um zu einem Traumpartner und einem gesunden Reitpferd ausgebildet zu werden. Die Erfahrungen aus Imkes reichen Schatz waren sehr spannend und so verging schon der erste Vormittag sehr schnell. Ein durchdachtes und systematisch aufgebautes Skript unterstützte die Theorie hervorragend. Als wir am Nachmittag dann selbst mit unseren Pferden dran waren, probierten wir schon die ein oder andere Aufgabe aus und bekamen dabei sofort die nötige Unterstützung.

Am Pferdeanhänger hatte Dieter sehr interessante und auch durchaus anspruchsvolle Probleme zu lösen. Bei zwei Pferden war die gesamte Kompetenz beider Trainer gefordert, um das Verladen für die Pferde überhaupt möglich zu machen.

Auf einem Trail-Platz bekamen die Teilnehmer sehr wertvolle Tipps von Dieter, um im Kontakt mit ihrem Pferd noch genauere und feinere die Hilfen zu geben und das Timing dabei zu optimieren. Schön, wie sich dann nach und nach die Erfolge einstellten und die Reiter strahlend ihre Lektionen beenden konnten.

Auf dem Reitplatz ging es für die Einen um das Gymnastizieren und Entspannen der Pferde. Für einige Pferde war das sehr schwierig. Doch Dank der Zeit einer ganzen Woche, stellte sich die Entspannung mehr und mehr ein und die Reiterinnen erlebten ihr Pferd neu, als ein zufriedenes, losgelassenes Pferd, dass sich in Dehnungshaltung und in Seitengängen arbeiten ließ.Für die Anderen war die Arbeit ohne Halfter und Seil Wunsch und Thema. So lernten die Menschen, sich durch noch mehr Gefühl und genaues Beobachten mit ihrem Pferd so zu verbinden, dass die Arbeit at Liberty spielend leicht wurde.

Auch das Reiten war ein wichtiges Thema. Das Vertrauen stärken, indem das Pferd gebisslos und ohne Sattel geritten wurde und dazu noch in guter, gesunderhaltender Formgebung – anspruchsvoll und verblüffend zugleich. Der ein oder andere Aha-Effekt stellte sich ein.

Für Abwechslung sorgten dann noch besondere Aufgaben, wie der Gerümpelzirkel, das „Haus“ aus Stangen und Cavalettis oder die Arbeit an Zirkuslektionen. Toll, wie sich der teilnehmende Kaltblüter ganz leichtfüßig hinlegte.

Imke stellte sich auf jedes Problem ein und arbeitete auch immer mal intensiv nur mit einem Pferd, um eine bestmögliche Lösung zu finden.

Fazit: Nächstes Jahr wollen alle wiederkommen!! Ob es wohl noch Plätze für weitere Interessierte geben wird? Die ersten Anmeldungen liegen bereits vor.